Folie2 : Vergrößerte Darstellung der Folie und Text der Folie
Die erste Studie hat einen Durchbruch bei der Anwendung bildgebender Verfahren auf die Rehabilitation zum Gegenstand. Da der apparative Aufwand so groß ist, konnten bisher nur 16 Patienten untersucht werden. Erstmals ist es gelungen, eine Verbindung zwischen Lernerfolg und Hirnbild herzustellen und damit zu prognostizieren.
Die zweite Studie untersucht ein Laufgerät mit spezieller Aufhängung, dass ein Wissenschaftler entwickelt hat, um seinem beim Bergsteigen verunglückten Bruder mit inkomplettem Querschnitt ein besseres Lauftraining als das übliche Laufband zu bieten. In der anschließenden breit angelegten randomisierten Feldstudie stellte sich allerdings heraus, dass das Gerät keinen signifikanten Vorteil bietet.
Welche Studie ist besser geeignet, zum Aushängeschild der Versorgungs-forschung zu werden? (Bei der Abstimmung entscheidet sich eine überwältigende Mehrheit für die zweite Studie.) Danke. Ich werde später darauf zurückkommen.
Meine Damen und Herren, von Haus aus bin ich Mathematiker. Ich bin als Statistiker und Biometriker mit randomisierten klinischen Studien groß geworden. Später kam die Epidemiologie dazu und einige Berufsjahre in der Ökonomie, in denen ich mich mit der Analyse von Kursreihen beschäftigt habe. Ich gehöre also eher zur härteren Fraktion der quantitativen Forscher und werde das auch heute nicht ganz ausblenden können. Die Einladung zum heutigen Vortrag verdanke ich aber eher meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorsitzender des Forschungsausschusses der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR), die sich die Vertretung der Interessen von Menschen mit Behinderungen zum Ziel gesetzt hat, und nicht zuletzt der Tatsache, dass ich seit 20 Jahren selbst Rollstuhlfahrer bin, wobei Leute, die Erfahrung mit Rollstuhlfahrern haben, wissen, dass der Rollstuhl zwar das äußerlich erkennbare Symbol für die Behinderung ist, die Mobilitätseinschränkung aber keineswegs das größte Problem von Gelähmten ist. Sie haben vielmehr meist mehrere chronische Krankheiten gleichzeitig, die den Alltag belasten.
Mein Thema ist die Patientenorientierung in der Versorgungsforschung. In der nächsten halben Stunde erwartet Sie folgendes: