Experten in eigener Sache – auch beim Witz
"Mit Behinderungen ist zu rechnen. Un-Korrekte Cartoons von Phil Hubbe", lautete der Titel der Ausstellung vom 8. März bis 4. April 2007 im Berufsbildungswerk des Oberlinhauses Potsdam-Babelsberg. Die Zeichnungen werfen einen ironischen Blick auf Behinderung und den Umgang damit. Welche Blüten dieser immer noch nicht entspannte Umgang treibt, beschrieb der Magdeburger Cartoonist bei der Ausstellungseröffnung so: „In einer größeren Buchhandlung in Hannover suchte eine Frau nach meinen Comic-Büchern. Als sie in der Humor-Abteilung nichts fand, fragte sie die Buchhändlerin. Die antwortete: Oh doch, die haben wir. Die beiden Titel stehen bei Sozialpädagogik.“
Auf der Vernissage sprach Brandenburgs Landesbehindertenbeauftragter Rainer Kluge den Zeichner als "Experte in eigener Sache" an. Denn Phil Hubbe ist seit 18 Jahren an Multipler Sklerose erkrankt und Zeichnen sei seine Therapie. „Über uns können wir lachen, und das ist gut so“, ergänzte Marianne Seibert, Vorsitzende der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, die als Kooperationspartner die Ausstellung unterstützte. Geschäftsführer Wilhelm Eichhorn sah in der Ausstellung einen Beitrag des Berufsbildungswerkes zum Europäischen Jahr der Chancengleichheit.
2002 erhielt Phil Hubbe für seine Arbeit den Deutschen Preis für die politische Karikatur und im Dezember 2006 den Preis für Engagement und Selbsthilfe der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
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